Bei Schmerzen an eine rheumatische Ursache denken!

Der Begriff „Rheuma“ stellt eine Sammlung von über 400 verschiedenen

Erkrankungen dar, die meist mit Schmerzen des Bewegungsapparates

verbunden sind. Letztlich machen auch degenerative („Abnützung der

Gelenke“) Veränderungen rheumatische Schmerzen, die Unterscheidung zu

„echten“, d.h. entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die meist durch

eine Überreaktion des Immunsystems verursacht sind, ist jedoch äusserst

wichtig. Unterscheidet sich doch die Behandlung im letzteren Fall

wesentlich von einer orthopädischen Ursache der Beschwerden.

 

Wann sollten man an eine rheumatische Erkrankung denken?

 

Neben Schmerzen stellen vor allem Gelenkschwellungen ein deutliches Indiz für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung dar. Die Beurteilung ob es sich dabei tatsächlich um eine rheumatische Erkrankung handelt, bedarf einerseits der erfahrenen Untersuchung der betroffenen Gelenke als auch der Einholung zusätzlicher Befunde wie Röntgenaufnahmen und spezieller Bluttests.

 

Bei Beschwerden im Bereich grosser Gelenke wie dem Becken oder der Hüfte kann eine Schwellung von aussen nicht so einfach beurteilt werden. Typische Beschwerden in diesen Gelenken die auf eine entzündliche Ursache hindeuten sind zum Beispiel eine Besserung der Schmerzen und der Steifigkeit durch Bewegung und das besonders gute Ansprechen auf entzündungshemmende Schmerzmittel.

 

Auch das Alter des/der Betroffenen stellt einen wichtigen Punkt in der Beurteilung von schmerzhaften Beschwerden dar. Während viele rheumatische Erkrankungen im frühen Erwachsenenalter beginnen gibt es auch entzündliche Erkrankungen die vor dem 50. Lebensjahr kaum vorkommen. Dazu zählt zB. die sogenannte „Polymyalgia rheumatica“ bei der typischerweise ziehende Schmerzen in der Halswirbelsäule bis in die Oberarme oder auch vom Becken bis in die Oberschenkel vorkommen. Auch hier ist die genaue Untersuchung und Erhebung des Schmerzcharakters sehr wichtig, da herkömmliche Schmerzmittel bei dieser Erkrankung meist keinerlei Wirkung zeigen.

 

Neben diesen eher häufigen Erkrankungen gibt es noch seltenere die vielfältige Symptome verursachen können und meist das Bindegewebe und innere Organe betreffen können. Die Behandlung dieser sogenannten „Kollagenosen“ richtet sich dann vor allem nach der Schwere des Verlaufs und der betroffenen Organsysteme.

 

Behandlung rheumatischer Erkrankungen

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können mittlerweile sehr gut behandelt werden. Der entscheidende Punkte über die Prognose ist meist der frühe Behandlungsbeginn. Im Einsatz sind hier am Beginn meist Medikamente die das „überaktive“ Immunsystem wieder in die Schranken weisen sollen um nachhaltigen Schaden zu vermeiden. Wenn diese Massnahmen nicht ausreichend sind kommen immer häufiger gen-technologisch hergestellte Medikamente, sogenannte „Biologika“ zum Einsatz, die ebenfalls zu einer wesentlichen Verbesserung der Prognose und Lebensqualität von Patienten und Patientinnen mit rheumatischen Erkrankungen geführt haben.

 

Sollten sie an Schmerzen des Bewegungsapparates leiden, würde ich mich freuen, Sie in meiner Ordination zu einer Abklärung einer rheumatischen Ursache begrüssen zu dürfen.

 

Ihr Dr. Strehblow