Erhöhte Harnsäure und Gicht

Der Ursprung der Gicht liegt in der Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken und anderen Stellen des Körpers. Normalerweise wird die überschüssige Harnsäure über die Nieren ausgeschieden. Wenn aber Harnsäure im Übermass anfällt oder nicht ausgeschieden werden kann, dann steigt der Harnsäurespiegel im Blut und die Ablagerung im Körper beginnt. Durch verschiedene Auslöser wie exzessive Nahrungszufuhr, Alkoholkonsum oder auch ohne offensichtlichen Auslöser kann es dann zu einem sehr schmerzhaften Gichtanfall kommen. Dieser vergeht meist innerhalb von 1-2 Wochen, auch ohne Therapie. Wenn aber spätestens nach dem ersten Gichtanfall nichts gegen die erhöhten Harnsäurespiegel unternommen wird, kommt es meist in immer kürzeren Intervallen zu derartigen Attacken.

 

Wie kommt es nun zu diesen erhöhten Harnsäurespiegeln?

Der grösste Anteil ist einer Störung in der Niere zuzuordnen, die es aufgrund einer vererbten Veränderung nicht schafft, die Harnsäure ausreichend auszuscheiden. Diesen Anteil kann man natürlich nicht verhindern und auch nicht behandeln. Wenn zu dieser genetischen Veranlagung dann aber ein übermässiger Konsum sogenannter Purinen (aus denen die Harnsäure entsteht u.a. in rotem Fleisch oder Meeresfrüchte) oder andere Erkrankungen wie Diabetes hinzukommen, kann es schnell zu sehr hohen Harnsäurewerten kommen.

 

Wann sind erhöhte Harnsäurespiegel zu behandeln?

Finden sich zufällig erhöhte Harnsäurewerte in einem Blutbefund, so sind diese nicht zwingend medikamentös zu therapieren. Eine Lebenstilmodifikation auf der einen Seite (Umstellung der Ernährung wie Reduktion von Fleischkonsum Reduktion oder Alkohol uä.) und die Suche nach eventuell zusätzlich vorliegenden Stoffwechselerkrankungen wie zB ein Diabetes mellitus oder eine Fettstoffwechselstörung sollte allerdings ebenfalls erfolgen, da diese Erkrankungen oft gemeinsam vorkommen. Man fasst diese Konstellation auch gerne als sogenanntes „Metabolisches Syndrom“ zusammen.

Sollte es jedoch bereits zu einem oder mehreren Gichtanfälle gekommen sein, dann sollte die Harnsäure zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung auch medikamentös gesenkt werden.

Was die Ernährungsumstellung betrifft, sollten möglichst Eiweißquellen tierischen Ursprungs, also Fleisch und vor allem Meeresfrüchte gemieden oder zumindest deutlich reduziert werden. Auch viele Fertigprodukte und industriell hergestellte Lebensmittel enthalten einen große Menge an harnsäuresteigernden Inhaltsstoffen. Eine große Anzahl an Medikamenten kann leider auch dazu beitragen den Harnsäurespiegel zu heben. Hier ist eine genaue Analyse Ihres "Medikamentenspeiseplans" und eventuell ein Ersetzen durch Alternativpräparate angezeigt.

Umgekehrt kann man allerdings auch durch eine Vitamin-C reiche Ernährung oder auch durch den Genuss koffeinhältigen Kaffees den Harnsäurespiegel senken.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann die Einnahme von harnsäuresenkenden Medikamenten notwendig sein. Hier ist vor allem wichtig zu wissen, dass dies eine Dauertherapie darstellt und keinesfalls unterbrochen werden sollte, da dadurch akute Gichtanfälle ausgelöst werden können.

Aufgrund der engen Verflechtung der Gicht mit anderen Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen besteht auch bei Patienten mit Gicht ein erhöhtes Herz-Kreislaufrisiko. Mithilfe einer genauen Untersuchung und Erhebung verschiedener Laborparameter kann dieses abgeschätzt werden und die Intensität der nötigen Behandlung bestimmt werden.